Seit einigen Jahren wird die IHK Köln nicht müde, mit der Initiative „Digital Cologne“ mit erheblichen Kosten dafür zu werben, dass Mitgliedsunternehmen sich digitalisieren sollen. Das ist richtig, offenbart aber auch eines der Probleme der Kammer: Wer Wein predigt, darf nicht selber Wasser trinken.

Die Möglichkeiten für uns Kaufleute erscheinen eigentlich verlockend, wenn auch nicht optimal.

Aber was, wenn plötzlich aufkeimender Nationalismus wie aus dem Nichts Hemmnisse kreiert und damit Investitionen in Gefahr bringt?

Als ich vor fünf Jahren gerade in die Vollversammlung der IHK zu Köln gewählt worden war und deshalb das erste Mal zum Neujahrsempfang eingeladen wurde, erklärte mir ein Gesprächspartner, selbst Geschäftsführer eines großen Kölner Unternehmens: „Noch vor fünfzehn Jahren hätten Sie und ich keine Chance gehabt, in die Vollversammlung der Kammer zu kommen. Die war den Besitzern der großen Unternehmen vorbehalten. Und durchwegs männlich besetzt.“ Viele Jahrzehnte lang galten die Kammern als Closed Shop – Inhaber und Inhaberinnen kleiner und mittlerer Unternehmen, angestellte Prokuristen oder Prokuristinnen unerwünscht.