Digitalisierung –
die IHK Köln muss Vorbild sein!

von Mike Gahn

Seit einigen Jahren wird die IHK Köln nicht müde, mit der Initiative „Digital Cologne“ mit erheblichen Kosten dafür zu werben, dass Mitgliedsunternehmen sich digitalisieren sollen. Das ist richtig, offenbart aber auch eines der Probleme der Kammer: Wer Wein predigt, darf nicht selber Wasser trinken.

Die IHK Köln könnte, nein müsste, viel weiter sein in ihrer eigenen Digitalisierung. Die Kammer sollte Vorbild sein!

Die E-Mail. Das unbekannte Wesen.

Stimmt, E-Mail ist in der heutigen Zeit nicht mehr der letzte Schrei, aber für die Kommunikation mit Mitgliedsunternehmen wäre sie durchaus angebracht. 1,5 Millionen Euro Telefon- und Portokosten im Jahr sollten doch eigentlich Ansporn sein, solche „low hanging fruits“ – wie man neudeutsch in der Digitalbranche sagt – zur Kosteneinsparung zu ernten. Mitnichten. Seit Jahren fordern Mitglieder der Vollversammlung, dass das Thema „E-Mail-Adressen der Mitgliedsunternehmen“ angegangen werden soll. Aber leider ist in den vergangenen acht Jahren nichts Greifbares passiert. Die Aussage ist immer die gleiche: E-Mail-Adressen? Haben wir nicht, weil…

Digitalisierungsaufforderung per Snailmail

Selbst die diversen Infoflyer mit Einladungen zu Veranstaltungen von „Digital Cologne“ kommen – Sie ahnen es schon – per Post! Unglaubwürdig und ineffektiv ist das. Der unweigerliche Medienbruch von Papier-Flyern zur IHK-Website für eine Anmeldung: ein Klassiker für die Digitalisierung.

Wen interessiert schon Digitalisierung?

Dass dem Thema auch von höchster Stelle nicht viel beigemessen wird, kann man deutlich am Protokoll der letzten Vollversammlung erkennen. Dort ist unter TOP 5 zu lesen, dass der Präsident der Kammer nachfragt, ob Interesse daran besteht, dass der CDO (Chief Digital Officer) der IHK Köln über den Stand der Digitalisierung berichtet. Dies wurde zwar anscheinend nicht lautstark gefordert, aber schon allein die Frage ist unverständlich. Es sollte in der heutigen Zeit keinen Zweifel an der Wichtigkeit solcher Entwicklungen geben. Dass genug Zeit vorhanden gewesen wäre, sieht man am umfangreichen Protokoll der nachfolgenden Punkte. Oder gab es da nichts zu berichten?

Wer sucht, findet nicht immer…

Apropos Protokoll: Suchen Sie einmal auf der Website der Kammer nach Protokollen der Vollversammlung. Stand heute ist da nichts zu finden. Aber vielleicht hat man sich auch einfach auf eine große Suchmaschine verlassen, denn diese liefert wenigstens zwei davon. Ganz im Gegensatz zur Suche auf der Webseite der Kammer. Man fragt sich: Wo sind die anderen Protokolle aus den vergangenen Jahren?

Was ist zu tun?

Gelder, die aktuell z.B. für unnötiges Porto ausgegeben werden, auch in die Umsetzung von Maßnahmen investieren und die „low hanging fruits“ vom Baum holen! Ein CDO ist ein Anfang. Aber die Umsetzung muss nicht als großes Endziel gedacht werden, sondern in vielen kleinen Schritten!

Deshalb: NewKammer wählen!