Weil ich ein Mädchen bin …

von Eva Hehemann

Als ich vor fünf Jahren gerade in die Vollversammlung der IHK zu Köln gewählt worden war und deshalb das erste Mal zum Neujahrsempfang eingeladen wurde, erklärte mir ein Gesprächspartner, selbst Geschäftsführer eines großen Kölner Unternehmens: „Noch vor fünfzehn Jahren hätten Sie und ich keine Chance gehabt, in die Vollversammlung der Kammer zu kommen. Die war den Besitzern der großen Unternehmen vorbehalten. Und durchwegs männlich besetzt.“ Viele Jahrzehnte lang galten die Kammern als Closed Shop – Inhaber und Inhaberinnen kleiner und mittlerer Unternehmen, angestellte Prokuristen oder Prokuristinnen unerwünscht.

Mit Unternehmern – und Unternehmerinnen! – nach vorne

Inzwischen hat sich eine Menge getan! Die Kammern haben sich geöffnet und wurden spürbar demokratisiert. Aber natürlich ist da noch viel Luft nach oben. Und dafür stehe auch ich als Teil des Teams der NewKammer Initiative! Mehr Transparenz, niedrigere Beiträge, volle Digitalisierung sollen die Kammer attraktiver machen und diese wichtige Interessenvertretung der Wirtschaft stärken für ihre vielfältigen nützlichen Funktionen und die Zukunft unserer Region. Vor allem sollen die Angebote auch für Frauen zugänglicher, deren Interessen dabei stärker berücksichtigt werden. Deshalb ist es nach wie vor wichtig, dass mehr Frauen in die Vollversammlung gewählt werden, damit ihre Stimmen gehört werden.

Sich einbringen – wählen ist wichtig!

Die IHK zu Köln zählt rund 150.000 Unternehmen zu ihren Mitgliedern, davon tausende von Frauen geführte. Sehr viele Mitglieder nutzen bereits die Angebote der Kammer, aber mindestens ebenso viele zahlen jedes Jahr ihre Beiträge, ohne zu wissen wofür genau diese eigentlich verwendet werden. Wer sich nicht ehrenamtlich in der Vollversammlung oder den Ausschüssen und Arbeitskreisen engagiert, weiß oftmals gar nicht, was die Kammer leistet. Auch dass die Sitzungen der Vollversammlung für alle Kammer-Mitglieder offen stehen, ist viel zu wenig bekannt und diese Möglichkeit wird deswegen kaum genutzt. Besonders schade: Die Wahlbeteiligung überschreitet kaum die 10 Prozent-Marke. Das finden wir von der NewKammer Initiative viel zu wenig! Die Idee drängte sich daher auf, ein Team zu bilden, auf diese Weise mehr Öffentlichkeit zu erreichen und die Kammerwahl so bei möglichst vielen Mitgliedsunternehmen stärker in den Fokus zu rücken.

Daher meine herzliche Aufforderung an alle Unternehmer und vor allem auch die Unternehmerinnen: Nutzen Sie Ihr demokratisches Mitspracherecht und wählen Sie!

Falls Sie die Wahl-Unterlagen nicht per Post bis Mitte Oktober erhalten haben, können Sie diese bei der IHK-Köln anfordern. Unser NewKammer Team erkennen Sie am türkisfarbenen Hintergrund und der Webseite New-Kammer.de in unseren Fotos auf den Wahlzetteln – wir freuen uns über jede Stimme!